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Freundschaft! Ein Begriffswandel?

April 30th, 2009

freundschaftWas ist Freundschaft? Wikipedia sagt: “Freundschaft bezeichnet eine positive Beziehung und Empfindung zwischen zwei oder mehreren Menschen, die sich als Sympathie und Vertrauen zwischen ihnen zeigt. [...]” (siehe, abgerufen am 30.04.2009). Freundschaften sind hart erarbeitet und oft schwierig aufrechtzuerhalten. Der Grad der gegenseitigen Sympathie drückt sich durch die Intensivität der Beziehung zueinander aus, wobei ein permanter (persönlicher) Kontakt nicht zwingend ist. Soweit so gut, die Frage ist nun worauf es ankommt: Aufrechterhaltung einiger weniger engen Freundschaften oder Sammlung eines möglichst großen Freundeskreises?

Wie ist zu verstehen, dass ich bei StudiVZ mittlerweile fast 200 Kontakte in meiner Freundesliste habe oder ich bei Myspace täglich um “Addition” von irgendwelchen mir unbekannten Bands, vermeintlichen Pornoaccounts, Nerds, Selbstdarstellern und Freunde-von-Freunden (die ich erst einmal auf einer Party getroffen habe) gebeten werde? Habe ich Vertrauen gegenüber diesen Personen, geschweigeden eine Portion Sympathie über? -Definitiv “jein”, immerhin habe ich der Freundschaft zugestimmt, also habe ich wohl doch einen Nutzen von dem allen. Der Ausgangsbegriff muss gedehnt werden und die Gefahr der Überstrapazierung ist groß, “Social Networking” ist das passende Schlagwort.

Wenn du jetzt nicht dabei bist, dann bist du sehr bald draußen. O-Ton zwischen zwei Schülern im Bus: “Wo warst du eigentlich gestern? Du warst nicht da …, nicht im SchuelerVZ oder ICQ online.” Raum und Zeit müssen eventuell neu definiert werden um nicht obsolet zu sein. Mobile Medien und das Internet verändern das gesellschaftliche Miteinander, auch die dejenigen unter uns, die noch wissen was mit “56k” und “BNC” gemeint war, haben zum großen Teil noch gar nicht mitbekommen wie heutzutage kommuniziert wird.

Chatten kann auch meine Oma, Bloggen ist schon wieder fast alter Kaffee, die Twitter-Accounts und -Followers - Zahlen steigen nun auch in Deutschland stark an, der “vernetzte”-Obama hat die Wahl gewonnen, die deutschen Parteien entdecken das StudiVZ als Wahlkampfort und Trent Reznor schenkt seiner Community eine iPhone-Anwendung mit der die NIN-Fans per nearby-Funktion und dank Googlemaps kommunizieren können (und das auch mit Gleichgesinnten in der selben Konzerthalle; wie war das nochmal mit Raum und Zeit?).

Wo führt das alles hin, was bringt das überhaupt, was kommt als nächstes? Wir werden es erleben… Ich bin mir aber auf jeden Fall sicher, dass ich auch ohne Web 2.0 und mobile Medien meine Freundschaften pflegen werde. Das Medium der persönlichen Begegnung (im konservativen Verständnis) erzielt bei einer 1:1-Beziehung doch immer noch den höchsten Wirkungsgrad :-)